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Wartburg ArtikelDieser Artikel beschäftigt sich mit dem Bauwerk Wartburg. Weiteres siehe Wartburg (Begriffsklärung).
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Bis zu dem Aussterben der alten thüringischen Landgrafen aus dem Haus der Ludowinger mit Heinrich Raspe (1247) war sie ununterbrochen die Residenz jener Dynasten und Sitz eines Burggrafen.
Unter Hermann I. (1190-1216) war die Wartburg eine Hauptstätte der deutschen Dichtung und der Schauplatz des berühmten, aber sagenhaften Sängerkrieges.
Nachdem Thüringen an die Markgrafen von Meißen gefallen war, nahm Albrecht der Entartete, der von seinem Vater Heinrich dem Erlauchten das neuerworbene Land erhielt, seinen Sitz wieder auf der Wartburg, ebenso dessen Nachfolger bis Balthasar, dem letzten Landgrafen, welcher hier residierte und 1406 starb.
Dessen Sohn Friedrich der Einfältige besuchte die Burg seiner Väter selten, und da nach seinem Tode Thüringen an die meißnische Linie der Wettiner zurückfiel (1440), so hörte die Wartburg auf, Residenz zu sein.
Noch einmal erhielt die Wartburg 1521/22 für kurze Zeit Bedeutung für die deutsche Geschichte - der Reformator Martin Luther hielt sich als "Junker Jörg" hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in das Deutsche.
Das 1. Wartburgfest wurde am 18.10 1817 auf der Wartburg gefeiert. Das 2. Wartburgfest fand in dem Revolutionsjahr 1848 statt.
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Die Wartburg erhebt sich auf einer schmalen, schroffen Felsenstirn 220 m oberhalb der Stadt Eisenach.
Die Wartburg ist eine typische Abschnittsburg mit einer ursprünglichen Vierteilung der Burgabschnitte, von der heute ca. noch eine Zweiteilung in Vor- und Hauptburg erhalten ist. In ihrer Blütezeit war die Burg, die in ihrer Geschichte mehrmals belagert, aber nie erobert wurde, wie folgt aufgeteilt:
Der erste Burgabschnitt befand sich dort, wo heute die "Schanze" den Eingang zur Burg markiert. Hier befanden sich Wehrbauten, die diesem Abschnitt den heutigen Namen gaben, die Fundamente eines Turmes ("Fischerturm") wurden in den Neunziger Jahren wieder freigelegt und sind heute noch als viereckiges Loch sichtbar. Die Gebäude dieses Abschnittes, die bis in Goethes Zeiten als überdachte Wehrgänge sichtbar waren, sind heute nicht mehr vorhanden. An deren Stelle ist heute der Platz vor der Zugbrücke.
Die Vorburg wird über die Zugbrücke durch ein Torgebäude betreten, welches ursprünglich ein Torturm aus der Zeit der Umwandlung zur Residenz war und später in seiner Höhe verringert und umgebaut wurde. Die sich in Eintrittsrichtung rechts anschließenden Gebäude ("Ritterhaus, "Vogtei") stammen aus dem späten Mittelalter, jedoch wurden vor Kurzem Hinweise auf die Verwendung älterer Bausubstanz gefunden. Der Brunnen in dem ersten Hof der Wartburg stammt nicht aus dem Mittelalter, die Wasserversorgung erfolgte per Lasttier und Zisterne (im Haupthof). Die Wehrgänge, der westliche Margaretengang und der östliche Elisabethgang sind in dem Spätmittelalter überdachte Teile der ursprünglichen Ringmauer. Vor bzw. in der Flucht der Gebäude der anschließenden Hauptburg kann ein später verfüllter oder überbauter Halsgraben (ähnlich der Oberburg der Reichsburg Kyffhausen) vermutet werden.
Die Wartburg vom Burghof aus
Die Hauptburg wird durch die Gebäudeflucht "Neue Kemenate", "Torhalle" und "Dirnitz", alles Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, begrenzt. Bereits zu Goethes Zeiten waren die mittelalterlichen Gebäude an dieser Stelle verfallen und abgetragen, so dass der mittelalterliche Zustand ca. noch vermutet werden kann. Die in dem Dirnitz eingerichtete Waffenkammer der Wartburg wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die damalige UdSSR verbracht und ist bis heute nicht eindeutig wiedergefunden worden. Die Hauptburg wird beherrscht vom spätromanischen Palas, dem "Landgrafenhaus" und neben dem "Südturm" einzigem mittelalterlichen Gebäude der Hauptburg, und dem auf den Grundmauern des ursprünglichen Bergfrieds errichteten heutigen Bergfried, der einen Wasserspeicher zur Versorgung der Stadt Eisenach enthält. Von den restlichen mittelalterlichen Gebäuden ist nichts erhalten geblieben, der heute als Restaurant genutzte "Gadem" steht auf alten Grundmauern, ist jedoch späteren Datums.
- der südlichste Abschnitt der heutigen Hauptburg kann aufgrund der topographischen Gegebenheiten in dem Mittelalter durch eine Mauer in Höhe der Flucht Palas - Gadem vom Haupthof abgetrennt worden sein. Am südlichsten Ende dieses Abschnittes befindet sich der "Südturm", der letzte original erhaltene Turm aus der Entstehungsgeschichte der Burg. Der deckte den südlichen Hang in Richtung "Eisenacher Burg" ab.
Die größten und nicht stets für den Baukörper Wartburg vorteilhaften Veränderungen erfuhr die Wartburg in dem 19. Jahrhundert, als auf Goethes Initiative hin, die Restaurierung der Burg in dem damaligen Gedankengut des Historismus und des wiedererstarkten Nationalismus des deutschen Kaiserreiches erfolgte.
Ein Gang durch die Burg berührt folgende exponierte Gebäude:
Das Hauptgebäude, der Palas oder das Landgrafenhaus, 1847-70 auf Veranlassung von Großherzog Carl Alexander (Sachsen-Weimar-Eisenach) in umfassender Weise durch den Giessener Architekten Hugo von Ritgen restauriert. Ursprunglich stammt es aus dem 12. Jahrhundert und ist in dem byzantinischen Stil aufgeführt, das einzige Fürstenschloss, welches aus jener Periode der Baukunst erhalten ist.
Der Eingang zur untersten der drei Etagen führt zunächst in die ehemalige Rüstkammer. An dieselbe schließt sich das Speisezimmer, der eigentliche Wohnungsraum der alten Landgrafen. In der zweiten Etage gelangt man durch das Landgrafenzimmer, welches mit Fresken von Moritz von Schwind ausgeschmückt ist, in den Sängersaal, dem ursprünglichen Hauptsaal des Gebäudes, im die Dichter auf erhöhter Bühne (Laube) ihre Gesänge vortrugen.
Aus dem Sängersaal führt die mit Fresken Moritz von Schwinds (Darstellungen aus dem Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen) geschmückte Elisabethgalerie in die Kapelle, deren Räumlichkeit nachdem Brand der mittelalterlichen Burgkapelle in dem 13. Jahrhundert vom Sängersaal abgetrennt wurde. Die dritte Etage nimmt der 40 m lange Rittersaal ein, der auf den ursprünglichen Baukörper aufgesetzt wurde, nach dem die Wartburg Residenz der Ludowinger wurde.
Die nördliche Frontseite der Burg in dem Vorhof bilden das "Ritterhaus" und die "Vogtei", welche wahrscheinlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammen. In der "Vogtei" befindet sich die Lutherstube, welche dem Reformator vom 4.05 1521 bis 1. März 1522 als Fluchtpunkt und Ort der Bibelübersetzung diente. Der "Nürnberger Erker" stammt in dem Original von einem Nürnberger Patrizierhaus und wurde nachträglich auf die Burg verbracht.
In ihrer Gesamtheit ist die Wartburg, einschließlich des Palas und den Gebäuden der Vorburg, ein typisches Beispiel einer Philosophie des 19. Jahrhunderts, in der bestehende Architektur in einer romantisierenden und historisierender Form mit Gebäuden ergänzt wurde, um einer ohne Zweifel bestehenden geschichtlichen Bedeutung der Wartburg den in der Zeit der Etablierung des deutschen Kaiserreiches notwendigen nationalen Aspekt zu verleihen. Vergleichbare Stätten deutscher Geschichte sind hier der Kyffhäuser und die Burg Hohenzollern.
Seit 1999 zählt die Wartburg zu dem Weltkulturerbe.
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